Pfingsten

Pfingsten

Eine lichte warme Zeit! Zu Pfingsten werden die Tage länger, wärmer und heller. Eine recht freundliche Einladung für den heiligen Geist. So luftig leicht war Inspiration noch nie wie zu dieser Jahreszeit. Doch Pfingsten ist auch ein Hirtenfest. Bis ins 19. Jahrhundert war es in ländlichen Gebieten ein weitverbreiteter Brauch, einen Pfingstochsen durch das Dorf zu treiben. Dies scheint ein Relikt aus früheren Zeiten von Opfertieren zu sein.

Der Pfingstochse

Das Vieh wird festlich geschmückt und erstmals im Jahr auf die Alm getrieben. Der Pfingstochse wird also sehr oft auf ein zur Weide getriebenes geschmücktes Rind zurückgeführt. Noch heute werden um diese Zeit in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz die Rinder mit Blumen, Zweigen und Kuhglocken geschmückt. Der Almauftrieb bedeutet ebenso der Sommersonnenwende entgegen zu gehen. Der Ausdruck „geputzt wie ein Pfingstochse“ geht auf diesen Brauch zurück, und bezeichnet damit jemanden, der sehr auffallend und dabei übertrieben elegant angezogen ist.

Der Pfingstkarl

Ein Pfingstkarl findet sich in luftiger Höh wieder. Er ist aus Stroh hergerichtet und gekleidet in Hemd, Hose und mit Schuhen. Möglichst noch eine Jacke, damit das Stroh schön fest zusammen gehalten wird. Auch ein Hut steht ihm gut. Manch ein Karl ist sogar Brillenträger. Doch am Pfingstsamstag wird der arme Karl abends aufgehängt. Und dies möglichst hoch, für jeden sichtbar! So erschreckt er doch manche, die ihn entdecken. Erst am Montag wird er brennen und dann mit großer Anteilnahme wieder gelöscht. Angeblich mit viel Bier!

Pfingsten als christliches Fest

Griechischen Ursprungs bedeutet Pfingsten der fünfzigste Tag nach dem Osterfest. Hier wird nun die Ausgießung des heiligen Geistes angekündigt. Oft wird auch die Formulierung von der Aussendung des heiligen Geistes verwendet. Das Christentum hat diesen Brauch übernommen vom Judentum. Zu diesem hohen Kirchenfest wird das Wirken des heiligen Geistes betont. Es heißt, Pfingsten sei der Geburtstag der Kirche.

Brauchtum zu Pfingsten

In einigen Regionen gibt es Pfingstbrauchtum, welches den Maibräuchen sehr ähnelt. Es gibt das Pfingstbaumpflanzen oder das Schmücken des Pfingstochsen. Auch das Pfingstsingen ist regional ein Brauch. Das Birkenstecken ist ein Ritual, das den Damen gewidmet ist. Junge Männer bzw. Junggesellen huldigen des nachts ihrer Liebsten und stellen der Holden ein Birkenbäumchen an die Hauswand.

Endlose Staus

Nicht nur die Aussendung des heiligen Geistes, sondern auch kilometerlange Staus bedeutet dieser christliche Feiertag. Pfingsten bedeutet für die Großen einen freien Tag und für die Kleinen eine kurze Ferienzeit. Familien-Ausflüge sind weit verbreitet und auch die Besuche der Verwandtschaft beinhalten oftmals Autobahnfahrten oder Bahnfahrten. Auch der Benzinpreis wird an diesem Wochenende deutlich angehoben. Heiliger Sprit! In Berlin ist Kind und Kegel unterwegs. Der bekannteste Berliner, der zu diesen Festtagen unterwegs war, ist Bolle. Ihm ist ein altberliner Schlager vermacht. Denn Bolle reiste zu Pfingsten nach Pankow. Das war sein Ziel!